Der prominenteste Fall, dass neue Betriebe außerhalb des Geltungsbereichs einer bestehenden Vereinbarung, wenn auch einer Vereinbarung mit einem einzigen Arbeitgeber, platziert werden, ist Volkswagen. Im Jahr 2001 gründete Volkswagen eine eigene Produktionseinheit namens Auto 5000, die noch existiert und wie auch der Hauptsitz der Muttergesellschaft in Wolfsburg (Niedersachsen) (DE0903019Q, DE0109201F) ist. Die VW-Geschäftsführung, der VW-Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall haben sich auf ein Sonderpaket von Vereinbarungen geeinigt, das nur für die Beschäftigten der neuen VW-Tochter gilt. Die Vergütung der Auto 5000-Beschäftigten sollte niedriger sein als die tariflichen Löhne der Beschäftigten des Mutterkonzerns VW, um Betriebskosten zu sparen und zu verhindern, dass diese Produktionslinie an Standorte in Portugal oder der Slowakei verlagert wird, wo die Produktionskosten damals etwa ein Viertel bzw. ein Zehntel des deutschen Niveaus lagen. Der IG Metall gelang es jedoch, die Bestimmung durchzusetzen, dass alle Auto 5000-Beschäftigten ein Jahreseinkommen erhalten sollen, das mindestens den Mindeststandards entspricht, die im Mehr-Arbeitgeber-Vertrag für die metallverarbeitende Industrie in der Region festgelegt sind. So konnte die Produktion des neuen Transporters, des VW Touran, in Deutschland beibehalten werden. Unsere Studie hat einige Einschränkungen. Eine Überlegung ist, dass die Erklärungskraft des Unternehmens und der sektoralen Ebenen in unserem empirischen Ansatz bis zu einem gewissen Grad überschätzt werden könnte, da die Querschnittsdaten des SES es uns nicht erlauben, entweder unbeobachtete Merkmale auf individueller Ebene oder die Selbstauswahl der Mitarbeiter in bestimmte Arten von Unternehmen zu berücksichtigen. Darüber hinaus enthalten unsere Daten Informationen über Arbeitsplätze, nicht über Arbeitnehmer; das bedeutet, dass wir nicht zwischen Primär- und Sekundärjobs unterscheiden können.

Insbesondere die geringfügige Beschäftigung stellt oft eine Zweitbeschäftigung dar, die zur Erzielung eines zusätzlichen Einkommens ausgeübt wird. Außerdem enthält der Datensatz keine Informationen über die Haushaltsgröße, die Haushaltsmerkmale, die Arbeitsmodalitäten anderer Haushaltsmitglieder usw. Wie Grunow et al. (2012) betonen, übernehmen Frauen oft Verantwortung für die Kindererziehung und neigen dazu, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt zu werden.

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